Kolosseum in Rom bei Sonnenaufgang

Kolosseum in Rom

Das größte Amphitheater der Antike, das seit fast zwei Jahrtausenden im Herzen Roms steht. 50.000 Zuschauer, vier Stockwerke aus Travertin und eine Geschichte, die bis heute fesselt.

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Das Kolosseum in Rom, offiziell Flavisches Amphitheater (lat. Amphitheatrum Flavium), ist das beeindruckendste Bauwerk des Römischen Reichs und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Errichtet zwischen 70 und 80 n. Chr. unter den Kaisern Vespasian, Titus und Domitian, diente es vier Jahrhunderte lang als Schauplatz für Gladiatorenkämpfe, Tierhatzen und aufwendige Bühnenspektakel. Es wurde 1980 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und 2007 zu einem der Sieben Weltwunder der Neuzeit gewählt.

Das Kolosseum in Rom empfängt jährlich über 7 Millionen Besucher und ist damit die meistbesuchte kostenpflichtige Sehenswürdigkeit Italiens. Ein Besuch im Inneren ist ein Erlebnis, das Fotos nicht vermitteln können: die Dimensionen des Bauwerks, der direkte Blick auf die Arena und das Hypogeum darunter hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Geschichte des Kolosseums in Rom

Innenraum des Kolosseums in Rom

Der Bau des Kolosseums war vor allem ein politisches Zeichen. Kaiser Vespasian, der 69 n. Chr. nach einem Bürgerkrieg an die Macht kam, entschied, das größte Amphitheater der Welt genau dort zu errichten, wo Nero sein privates Palastgelände mit dem künstlichen See angelegt hatte. Die Botschaft war unmissverständlich: Das Zentrum Roms gehört dem Volk zurück. Finanziert wurde der Bau größtenteils mit der Kriegsbeute aus der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 n. Chr.

Vespasians Sohn, Kaiser Titus, eröffnete das Amphitheater im Jahr 80 n. Chr. mit hundert Festtagen, bei denen Tausende von Gladiatoren und fast neuntausend Wildtiere aus Afrika und dem Orient ihr Leben ließen. Sein Bruder Domitian vollendete den Bau durch das Hinzufügen des Hypogeum und des vierten Obergeschosses. Im Glanzzeitalter des Kolosseums, im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr., fasste es wöchentlich Zehntausende von Zuschauern.

Im Mittelalter wurde das Kolosseum als Festung adeliger Familien genutzt und später als Steinbruch, aus dem behauener Travertin für den Bau von Kirchen und Palästen entnommen wurde. Schätzungsweise zwei Drittel des ursprünglichen Materials verschwanden so. Systematischer Schutz begann im 18. Jahrhundert, und das bislang letzte große Restaurierungsprojekt, finanziert von der Stiftung Tod's, wurde 2016 abgeschlossen.

Architektur des Kolosseums

Arkaden des Kolosseums in Rom

Das Kolosseum ist ein Triumph römischer Ingenieurskunst. Die elliptische Grundfläche misst 188 Meter auf der langen Achse und 156 Meter auf der kurzen, die ursprüngliche Höhe betrug 57 Meter. Für den Bau wurden über 100.000 m³ Travertin aus den Steinbrüchen bei Tivoli, mehr als 300 Tonnen Eisenklammern und Millionen von Ziegeln verwendet. Die wichtigsten Merkmale:

Die Außenfassade ist heute nur noch auf der Nordseite vollständig erhalten. Die Südteile stürzten bei den Erdbeben von 847 und 1349 ein und das Material wurde anderweitig verbaut.

Was im Kolosseum zu sehen ist

Panoramablick ins Innere des Kolosseums

Der Besuch des Kolosseums gliedert sich in fünf Zonen, deren Zugang vom Tickettyp abhängt. Es lohnt sich, im Voraus zu entscheiden, welche Bereiche man sehen möchte, da Sonderzugänge oft Wochen im Voraus ausverkauft sind:

  1. 1. und 2. Obergeschoss, Standardticket: Galerien mit direktem Blick auf die Arena und das Hypogeum, Dauerausstellungen mit Originalfunden und ein Modell des Kolosseums in seiner Blütezeit. Empfohlene Besuchsdauer: 1,5 Stunden.
  2. Arena (Only Arena oder Full Experience): Abstieg auf die Ebene, auf der einst die Gladiatoren kämpften. Seit Ende 2025 ist in ausgewählten Führungen auch der Commodusgang zugänglich, der geheime Tunnel, über den die Kaiser ihre Loge unbemerkt vom Publikum betraten.
  3. Hypogeum (nur mit Führung): Das zweigeschossige Labyrinth unter der Arena mit originalen Hebemechanismen. Zugang ausschließlich bei geführten Touren mit max. 12 Personen. Der faszinierendste Teil des Kolosseums für Geschichtsinteressierte.
  4. 4. und 5. Obergeschoss (Full Experience): Die höchsten Ebenen mit Panoramablick über das gesamte Innere und die Dächer Roms. Zugang per Aufzug ab Via Sacra.
  5. Forum Romanum und Palatin: Im Ticket enthalten, innerhalb von 24 Stunden ab erster Nutzung frei besuchbar.

Wichtig: Seit Oktober 2023 sind alle Tickets für das Kolosseum personalisiert. Beim Kauf müssen Name und Nachname jedes Besuchers angegeben werden. Am Eingang wird der Personalausweis kontrolliert.

Anreise und praktische Informationen

Kolosseum in Rom von der Straße aus
AdressePiazza del Colosseo 1, 00184 Rom, Italien
Offizielle Websitecolosseo.it
Eintritt ab18 EUR (Standardticket inkl. Forum Romanum und Palatin)
Baujahr70–80 n. Chr., eingeweiht unter Kaiser Titus
Kapazitätca. 50.000 Zuschauer
Empfohlene Besuchsdauer1,5 bis 2 Stunden, mit Forum und Palatin 4 bis 5 Stunden

Anreise

  • U-Bahn Linie B, Haltestelle Colosseo, Ausgang ca. 60 m vom Haupteingang
  • Bus ATAC, Linien 51, 75, 81, 85, 87 und 118, Haltestelle Colosseo/Via Sacra
  • Straßenbahn Linie 3, Haltestelle Colosseo/Via Labicana
  • Zu Fuß von der Piazza Venezia ca. 20 Minuten über die Via dei Fori Imperiali
  • Auto nicht empfohlen, ZTL-Zone mit Kameras, kein Parkplatz in der Nähe

Öffnungszeiten

  • Geöffnet täglich außer 1. Januar und 25. Dezember
  • 29. März bis 30. September: 8:30 bis 19:15 Uhr
  • 1. bis 24. Oktober: 8:30 bis 18:30 Uhr
  • 25. Oktober bis 28. Februar: 8:30 bis 16:30 Uhr
  • Letzter Einlass jeweils eine Stunde vor Schließung
  • Kostenloser Eintritt am ersten Sonntag jedes Monats (nur Tageskasse)

Praktische Hinweise: Die maximale Taschengröße beträgt 30 × 40 × 15 cm. Größeres Gepäck ist nicht gestattet, und im Kolosseum gibt es keine Gepäckaufbewahrung. Kinderwagen sind im Kolosseum erlaubt, für das Forum Romanum wird jedoch ein Tragesystem empfohlen. Weitere Informationen zu Tickets auf der Seite Tickets Kolosseum Rom.

Naumachien und das Leben im Kolosseum der Antike

Ein weniger bekanntes Kapitel der Frühzeit des Kolosseums: In den ersten Jahren nach der Eröffnung 80 n. Chr. konnte die Arena über ein System aus Kanälen und dem nahegelegenen Aquädukt geflutet werden, um kleine nachgestellte Seeschlachten, sogenannte Naumachien, zu veranstalten. Die Praxis wurde aufgegeben, sobald das Hypogeum mit seinen Aufzügen und Käfigen unter Domitian fertiggestellt war, da der Unterbau danach nicht mehr geflutet werden konnte. Die Vorstellungen selbst waren für das römische Publikum kostenlos, finanziert vom Kaiser als Geschenk an das Volk (lateinisch munera) — ein Gegensatz zu den personalisierten und kostenpflichtigen Tickets von heute, der die lange Geschichte des Ortes gut veranschaulicht.

Was Besucher über das Kolosseum in Rom sagen

Auszüge aus echten Besuchereindrücken, wie sie auf Buchungsplattformen und in Reiseforen immer wieder auftauchen:

★★★★★

„Die Online-Buchung hat uns mindestens zwei Stunden Warteschlange erspart. Direkt zum Einlass durch, während die Schlange an der Kasse um den halben Block ging.“

Markus, München
★★★★★

„Das Hypogeum war der Höhepunkt der ganzen Rom-Reise. Unten zwischen den alten Aufzugsschächten zu stehen, wo einst die Gladiatoren gewartet haben, ist etwas völlig anderes als der Blick von oben.“

Sabine, Wien
★★★★☆

„Guter Reiseleiter, kleine Gruppe von etwa zehn Leuten. Etwas teurer als das Standardticket, aber die Erklärungen zur Arena und zum Alltag der Gladiatoren waren die Aufpreis wert.“

Thomas, Berlin
★★★★★

„Überrascht, dass wirklich Name und Ausweis am Eingang kontrolliert werden. Also unbedingt den Pass einstecken, sonst kann es Probleme geben. Sonst lief alles reibungslos.“

Julia, Hamburg
★★★★☆

„Im August war es im Inneren brutal heiß, kaum Schatten in den oberen Rängen. Wasserflasche und Hut sind Pflicht. Trotzdem ein beeindruckender Ort, den Aufwand wert.“

Andreas, Köln
★★★★★

„Mit Kinderwagen problemlos machbar dank Rampen und Aufzug im Kolosseum selbst. Beim Forum Romanum war das Kopfsteinpflaster dann schwieriger, da haben wir die Trage genommen.“

Nicole, Frankfurt